Ökumenische Gebetswochen in Pößneck eröffnet

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Museum 642 – Pößnecker Stadtgeschichte haben am 10.01.2026 die ökumenischen Gebetswochen begonnen. Die Veranstaltung stand unter dem Leitwort „Gott ist treu“ und verband eine Einführung in das Thema der Gebetswochen mit einem historischen Rückblick auf ein prägendes Kapitel der Pößnecker Stadtgeschichte. In diese historischen Hintergründe führte der Heimatkundler Karl Ernst intensiv ein, indem er anhand von Quellen aus dem Stadtarchiv die damaligen Ereignisse lebendig und anschaulich nachzeichnete.

Im Mittelpunkt stand die Auflösung des Karmeliterklosters in Pößneck vor 500 Jahren in Folge der Reformation. Dieses Ereignis wurde nicht nur als historischer Einschnitt dargestellt, sondern auch als geistliche Herausforderung verstanden, deren Fragestellungen bis in die Gegenwart hineinreichen. Anhand der damaligen Entwicklungen wurde deutlich, dass Treue eine zentrale geistliche Frage ist: Gilt sie in erster Linie einer Institution oder ist sie Ausdruck einer lebendigen Beziehung zu Gott? Damit erwies sich der historische Rückblick als überraschend aktuell und in besonderer Weise passend zum Leitwort der ökumenischen Gebetswochen.

Besonderes Interesse fand der Hinweis auf die aktive Rolle des damaligen Pößnecker Stadtrates während der Reformation. Dieser war maßgeblich an der Auflösung des Klosters beteiligt und bestellte mit Andreas Götze auch den ersten reformatorischen Pfarrer der Stadt.

Musikalisch wurde die Veranstaltung durch zwei Lieder des Ensembles Neue Töne gestaltet, die dem Nachmittag einen würdigen Rahmen verliehen.

In den kommenden Veranstaltungen der ökumenischen Gebetswochen wird das Leitwort „Gott ist treu“ weiter vertieft. Unterschiedliche Facetten dieser Zusage sollen beleuchtet werden – verbunden mit der Frage, welche Bedeutung Gottes Treue für den persönlichen Glauben, das gemeinsame Gebet und das ökumenische Miteinander hat.

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